Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!
zurück

11.11.2025 Bergtour auf den Grünten

Liebe Gäste,

Nebel - das ist in aller Regel kein Wetter für uns, aber stehen wir auf unseren Bergen, dann sehen wir im Herbst doch so manches Mal auf eine Nebelsuppe, je flacher und tiefer es ins Allgäu hinaus geht. Aber dann gibt es diese wunderschönen Novembertage, an denen der Herbst für einen kurzen Moment vergisst, dass er eigentlich in den Niederungen grau und neblig sein sollte. Genau so ein Tag war es, als ich mit meinen Schwestern eine Bergtour auf den Grünten unternahm. Herrlich mildes Wanderwetter, klare Sicht und goldene Sonnenstrahlen – perfekte Bedingungen für einen Ausflug auf den „Wächter des Allgäus“.

Es gibt mehrere Aufstiegsmöglichkeiten auf diesen Berg, der mit seinem Fernsehturm und dem Jägerdenkmal schon von weitem zu sehen ist, wir konnten aber erst nach dem Mittagessen starten und um 17:00 Uhr wird es dunkel... So entschieden uns für den kürzesten Aufstieg. Mit dem Auto erreichten wir nach ca. 30 Minuten den Parkplatz unterhalb der Alpe Kammereck auf 1.130 Meter Höhe. Damit waren schon einige Höhenmeter gespart und unsere Tour konnte beginnen. Diesen Weg auf den Grünten bin ich so auch zum ersten Mal gelaufen. Der Weg führte zunächst gemütlich über einen geteerten Weg, stetig steigend, aber ohne große Herausforderungen. Ich mag die kleinen, wurzeligen und wilden Wege lieber, aber so mussten wir nicht auf den Weg achten und konnten den schönen Ausblick in immer größere Entfernungen des Allgäus so richtig genießen.

Schon wenige Meter nach der Alpe Kammereck hatten wir dann auch den Gipfel und den 94,5 Meter hohen Sendemast des Bayerischen Rundfunks praktisch immer im Blick. Der Grünten zeigte sich von seiner spätherbstlichen Seite: goldene Gräser, dunkelgrüne Nadelbäume und die Stille der Nebensaison. Jetzt ist es wirklich total ruhig bei uns und besonders während der Woche gehören die Berge nun für einige Wochen uns ganz alleine.

An der Grüntenhütte auf 1.477 Meter endet die kleine asphaltierte Straße und natürlich hat auch diese Hütte im November geschlossen. Trotzdem laden die verbliebenen Bänke noch dazu ein, eine kleine Trinkpause einzulegen und nun auch den Blick ins Wettersteingebirge mit der Zugspitze zu genießen. Nun führte der Weg auf der Nordwestseite des Grünten im Zick-zack über offene Wiesenhänge und später Fels nach oben. Zunehmend steiniger ist der Weg so manches Mal nicht mehr eindeutig erkennbar, aber das Ziel ist klar und so kraxeln alle einfach den Berg nach oben. Mehrere Lifte sind hier auch angesiedelt, jedoch liegt das Schigebiet wegen jahrelangem Ringen von Liftbetreibern und Naturschützern brach.

Der letzte Abschnitt hinauf zum Kriegerdenkmal war etwas steiler, aber gut zu meistern. Wir waren ja auf der Nordwestseite unterwegs und wo die Sonne nicht hinkam, waren schon ein paar eisige Stellen auf dem Weg. Und dann war er da: der imposante Turm des Jägerdenkmals, der mahnend über den Allgäuer Alpen thront und 1924 als Erinnerung an die Toten des Jägerregiments 3 erbaut worden ist. Mit einem Schlag sind alle Mühen des Aufstiegs vergessen, nur wenige Meter vom Denkmal entfernt, steht ganz bescheiden das Gipfelkreuz auf 1.738 Meter Höhe... - der Blick ist einfach unvergleichlich schön und reicht weit über die Allgäuer Bergkette ins immer flacher werdende Voralpenland. Auf die südliche Seite lässt sich auch hier der Ifen wunderbar sehen und so schön ist auch immer der Anblick der weißen Berggipfel der höheren Berge.

Wir setzten uns einfach ins Gras, genossen die Sonne im Gesicht und ließen den Blick schweifen. Ganz oben auf den Bergen ist der Frieden einfach pur – ein krasser Kontrast zur ernsten Bedeutung des Denkmals.

Hier hätten wir noch ewig sitzen können, aber bevor es dunkel wurde, wollten wir wieder beim Auto zurück sein und so traten wir den gleichen Weg wie beim Aufstieg auch wieder als Rückweg an. Inzwischen war es schattig im Abstieg und die leicht angezuckerten Hänge und der nun einsetzende kühle Wind erinnerten uns daran, dass der Winter nicht mehr weit ist.

Eigentlich wollte ich für diese Tour gar keine Beschreibung machen, da Sie ja ohnehin im Kleinwalsertal schon genug Berge für Ihren Wanderurlaub haben. Deswegen habe ich auch komoot ausgeschalten. Als ich oben war, dachte ich mir jedoch, dass es doch auch lohnenswert ist, diesen Berg einmal zu besteigen. Die offizielle Wegstrecke ist ab dem Parkplatz mit 1 Stunde und 45 Minuten bis zum Gipfelkreuz angegeben. Es sind insgesamt 608 Meter hinauf und wieder hinunter zu erwandern und den Rückweg vom Gipfel zum Auto haben wir in unter einer Stunde geschafft.

Wenn Ihre An- und Abreise zu uns nicht allzu lang ist, dann könnte ich mir diese Wanderung auch gut für den An- oder Abreisetag vorstellen, denn dann liegt der Grünten ja bei Ihnen auf der Strecke!

Für uns war es ein perfekter Wandertag, der wieder einmal bewiesen hat: Auch der November hat seine goldenen Momente – man muss nur hinaufsteigen, um sie zu entdecken.

Leider habe ich nur sehr wenige Bilder gemacht - ich hatte ja nicht vor, hier einen Wanderbericht zu schreiben...

Fröhliche Grüße von Regine